Guardian – Bild Composing in Photoshop

Folgendes Tutorial zeigt einen kleinen Einblick in meine Arbeitsweise bei Bild Composing und Illustrationen in Photoshop. Die Arbeit ist eine Mischung aus drei Fotovorlagen, verschiedenen Werkzeugen, Farbfiltern und Effektfiltern.

Als erstes erstelle ich eine große Arbeitsfläche. Hier von 2330 x 2850 px bei einer Auflösung von 300 dpi. Diese Größe ist wichtig, um detailliert mit dem Pinselwerkzeug arbeiten zu können. Also wundert euch nicht, wenn die Arbeitsdatei leicht die 100 MB überspringt. Anschließend schneide ich sämtliche Motive aus und platziere sie auf meiner Arbeitsfläche. Nun habe ich einen ersten Eindruck, wie die finale Szene auschauen könnte.

Der Hintergrund

Die Szenerie soll leicht düster anmuten und auf starke Farbkontraste verzichten. Als dominierende Farbe in der Gesamtwirkung entscheide ich mich für ein Petrol Blau, welches eine kühle Atmosphäre wiedergibt.

Der Hintergrund wird in mehreren Arbeitsschritten erstellt. Dabei arbeite ich mit unterschiedlichen Duplikaten des Hintergrundes. Ich kopiere also den Hintergrund und verringere die Sättigung ein wenig. Anschließend ändere ich die Grautöne durch selektive Farbkorrektur zu einem leichten Petrol Blau. Nun kommt ein Arbeitsschritt, denn ich sehr oft verwende. Ich erzeuge eine Ebenenmaske auf der zweiten, oberen Ebene und retuschiere mit dem Pinselwerkzeug die mittleren Bildregionen heraus. Das Ergebnis ist ein Übergang von einer ungesättigten Bildmitte zu einem einfarbigen Wald am Rand. Dieser Schritt gibt dem Bild eine starke Tiefe. Abschießend reduziere ich beide Ebenen.

Nun ziehe ich mir wieder ein Duplikat. Mit dem Filter Gaußscher Weichzeichner lasse ich die obere Ebene unscharf wirken. Jetzt kommt wieder das Spiel mit der Ebenenmaske. Ich retuschiere/lösche die mittleren Bildregionen und lasse die untere scharfe Ebene durchscheinen (Bild1). Dieses Prinzip wende ich auch im nächsten Arbeitsschritt an, nur dass ich nun die Helligkeit bearbeite (Bild2). Als finalem Schritt für den Hintergrund zeichne ich mit der Airbrush zusätzlich Gräser, schneebedeckte Sträucher und Schnee an der Baumrinde ein. Das ganze aber auf einer eigenen Ebene.

Die Figuren

Den freigestellten Figuren entziehe ich reichlich Sättigung. Danach ändere ich die Farbwirkung über selektive Farbkorrektur wieder Richtung Petrol Blau. Zusätzlich werde ich noch in einigen Bereichen wie Kutte und Beine die Motive abdunkeln und spiele auch ein wenig mit dem Kontrastregler. Im dritten Schritt erhalten die Wölfe über das Airbrush-Werkzeug ihre blutigen Schnauzen, Schatten und Schnee auf dem Fell. Die Dame überziehe auch gleich mit einem leichten Schneefilm (Bild 3). Abschließend erhalten die Wölfe noch ein Geschirr.

Das Schneegestöber

Der Schneefall ist relativ einfach und schnell gemacht. Auf einer neuen Ebene wende ich ?Störungen hinzufügen? an, erhöhe den Kontrast und lösche über eine Farbauswahl den schwarzen Hintergrund. Danach erhält der Schnee eine Bewegungsunschärfe. Auf den Folgebildern ist zu sehen, dass ich mit insgesamt drei Schnee-Ebenen unterschiedlicher Größe, Fallrichtung und Unschärfe arbeite. Diese Methode führt zu dem Ergebnis, dass der Schneefall in unterschiedliche Entfernungsregionen dargestellt wird und trägt damit zum räumlichen Erscheinungsbild entscheidend bei. Störende Schneeflocken, wie etwa auf den Figuren, lösche ich einfach weg ( Bild3 und Ebenenmaske).

Das war es eigentlich schon. Ein Grafiktablett ist für die Arbeit natürlich sehr angenehm.